N E U E E L T E R N B R A U C H T D A S LA N D *
Der Mann, der mein Leben am stärksten prägte,
hat in meiner Erinnerung kaum Spuren hinterlassen.
Dennoch war er mir immer gegenwärtig
und vielleicht gerade, weil er mir so gefehlt hat.
Wie oft denke ich an ihn, stelle mir vor, wie er heute aussähe.
Dann sehe ich mich neben ihm, der ich heute zwanzig Jahre älter bin,
als er bei seinem Tod war. Und bin doch immer sein kleiner Hans geblieben
und er mein großer Papi ...
Wenn ich versuche, ihn mir vorzustellen, fühle ich Wärme und Geborgenheit.
Ich sehe mich auf seinem Schoß sitzen, ein Stück Nugat in der Hand, ...
Ich sehe, wie aus den Fenstern unseres Hauses meterhohe Flammen schlagen,
und fühle doch keine Angst. Denn er steht neben mir, ... **
Mit diesen Worten beginnt die Autobiografie eines der bedeutendsten deutschen Manager.
Als Vierjähriger verlor er seinen Vater im Krieg: Hans-Olaf Henkel.
Offensichtlich führt Vater-Entbehrung also keineswegs zwangsläufig
zu persönlichem und sozialem Niedergang.
Zu bedenken bleibt:
Von den 200 Kindern, die Tag für Tag in Deutschland in Folge der Trennung ihrer Eltern Vater oder Mutter
vollständig aus ihren Augen verlieren, würde sich keines freiwillig für diese Option entscheiden.
Kinder wünschen die fortdauernde Nähe zu beiden, träumen von familiärer Harmonie.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Wichtigkeit dieses Wunsches.
H.-O. Henkel, der in seinen ersten Lebensjahren ein Geborgenheit
vermittelndes Familienleben erfuhr, erinnert sich:
Mutter und Vater sitzen sich an zwei zusammengeschobenen Schreibtischen gegenüber.
Mutter tippt auf der Adler-Schreibmaschine ...,
während Vater eifrig telefoniert.
Zwei, die sich ergänzen. **
Wenn Eltern sich nicht ergänzen,
wenn sie getrennte Wege eingeschlagen haben, gilt es,
für das Kind tragfähige Brücken zu beiden Lebensorten der Elternteile zu bauen.
Um es vor Absturz in Einsamkeit, Drogen, Gewalttätigkeit und lebenslange Belastungen zu bewahren.
Die kooperative Mutter ist gefragt, die in der Lage ist, familiäre Aufgaben mit dem ehemaligen Partner zu teilen.
Und es bedarf des erzieherisch engagierten Vaters. Jenseits beruflicher Orientierung kann er sich ein
wunderbares Verhältnis **
zum Kind erschließen.
Der AB&T. ist seit 16 Jahren als private psychologische Praxis tätig.
Die Lebensgeschichten unserer Klienten zeigen, dass Jahrzehnte andauernde Störungen
signifikant mit Elternentbehrung korrelieren. Diese Beobachtung korrespondiert mit internationalen
statistischen Erhebungen. Zwei Beispiele: Durch das Erleben elterlicher Trennung im Kindesalter erhöht sich
die Wahrscheinlichkeit späterer depressiver Erkrankungen des Erwachsenen auf das Siebenfache (Israel, 1999).
85 % aller jugendlich Inhaftierten stammen aus vaterlosen Familien (U.S.A., 1992).
15 % unserer Kinder leben in Ein-Eltern-Familien (in den U.S.A. jedes dritte Kind). Eine kritische Tendenz zu
dissoziierten Familienverhältnissen wird auch von der Bundesregierung in jüngster Zeit bestätigt. Der Erarbeitung neuer
Modellvorstellungen entwicklungspsychologisch gebotener Erziehung wird in den U.S.A. deshalb ein besonderer Stellen-
wert eingeräumt: "The President ist determined to make committed, responsible fatherhood a national priority ..."
(U.S. Department of Health & Human Services, 2/2001)
Angeregt durch Initiativen der Vereinten Nationen (Jahr des freiwilligen Engagements, Weltkindergipfel),
wendet sich der AB&T. bundesweit an Adressaten der Bereiche Bildung, Soziales und Rechtsprechung
(unter anderem: Medien, Jugendämter, Schulen, Kirchen, politische Parteien, Gerichte).
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AB&T. © 2001
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